Das kleine Tennis 1 x 1

Warum fliegen eigentlich immer die neuen Bälle so weit? Wieso muss ich eigentlich immer meine Saiten sortieren?
Wie soll ich mir meinen Schläger bespannen lassen?

Fangen wir mit dem am häufigsten begangenen Fehler an: Ein wichtiges Tennis-Match steht an. Da zeigen wir uns von der besten Seite und holen die neuen Bälle 'raus. Die Dose ist noch zu, jetzt gilt's...

Was die wenigsten wissen: Eine neue Dose Tennisbälle sollte man bereits 2 Tage vor dem ersten Spielen öffnen, denn die Bälle müssen sich erst an den atmosphärischen Druck gewöhnen. Zum einen sind sie mit einem Gasgemisch gefüllt, dass auf Wärme und den Aussendruck reagiert und zum anderen wurden Sie zur besseren Lagerfähigkeit mit einem Überdruck in den Dosen versiegelt.

In der Praxis ist dies jedoch leider beispielsweise bei Medenspielen nicht möglich, da zwingend neue Bälle verwendet werden müssen. Und so kennen viele Medenspieler das Phänomen, dass die Bälle "wieder mal fliegen" und "kaum 2 Sätze aushalten und dann platt sind"...

Die Haltbarkeit von Tennisbällen wird übrigens hauptsächlich durch die Lagerungstemperatur beeinflusst: Am besten lagert man sie bei ~20°C.

Das Problem der verrutschten Saiten kennen eigentlich alle Tennisspieler. Je nach Beschaffenheit der Tennissaite und der Schlagtechnik des Spielers ist (war) es erforderlich, die Saiten nach fast jedem Ballwechsel zu richten. Aber gebrochene Fingernägel gehören der Vergangenheit an: Mittlerweile gibt es Tennissaiten, die aufgrund Ihrer Oberflächenbeschaffenheit und auch hervorragender Haltbarkeit, weniger an Bespannungshärte verlieren und sich vor allem nicht mehr "verziehen"!

Übrigens wirkt sich natürlich gerade die Bespannungshärte auch auf Ihr Spiel aus: Entgegen der mancherortens verbreiteten Meinung, "je härter die Bespannung desto härtere und schnellere Bälle kann ich meinem Gegner um die Ohren hauen" ist es vielmehr so, dass eine härtere Bespannung zu mehr Ballkontrolle führt - aber auf Kosten der Beschleunigung! D.h. mit einer weicheren Bespannung wird der Ball sehr viel besser beschleunigt, dann aber auf Kosten der Ballkontrolle!

Da die meisten Saiten bei hohen Umgebungstemperaturen weicher werden, lassen viele Profis ihre Schläger bei "heißen Turnieren" 1 oder 2 Kilo härter bespannen als normal.

Die beiden Kerneigenschaften Beschleunigung und Ballkontrolle sollten auch für Sie das Hauptkriterium für die Wahl der Bespannungshärte sein. Darüber hinaus sollten Sie je nach Schlägermodell, d.h. Größe der Schlägerfläche und Anzahl der Längs- und Quersaiten eine dickere oder dünnere Saite auswählen: Schäger mit einem 16/18 Bespannungsfeld sind als "Saitenfresser" bekannt und sollten mit robusten oder dickeren Saiten bespannt werden, Schläger mit mehr Kreuzungspunkten können gut mit dünneren Saiten gespielt werden und vermitteln so noch besseres Ballgefühl (das bei dickeren Saiten etwas verloren geht).